Sprechstunde: Kinder aus Suchtfamilien

Die Suchtberatungsstelle der Diakonie bietet eine offene Sprechstunde an und macht bei der 10. bundesweiten Aktionswoche mit.

GELDERN. Jahrzehntelang waren sie vergessene Kinder: Schätzungsweise drei Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit Eltern auf, die alkoholkrank oder drogenabhängig sind. Die Bundespolitik hat ihre Leiden und die vielfältigen Gesundheitsrisiken, die diese Kinder lebenslang mit sich tragen, erst spät zur Kenntnis genommen. Die Hilfen für Kinder von psychisch- und suchtkranken Eltern sind durch einen fraktionsübergreifenden Antrag im Deutschen Bundestag im Juli 2017 auf die politische Tagesordnung gesetzt worden.

Kinder aus Suchtfamilien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung. Sie sind lebenslang hochgefährdet, psychisch zu erkranken, beziehungsweise im sozialen Umfeld nicht zurechtzukommen. Laut dem aktuellen DAK-Kinderreport haben diese Kinder um 32 Prozent erhöhte Gesundheitskosten. Internationale Studien legen nahe, dass die Schädigungen der Kinder in der lebenslangen Perspektive zu Kosten in Milliardenhöhe führen. Das Leid der Kinder ist mit Geld nicht zu ermessen.

In der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien von 10. bis 16. Februar möchten die Veranstalter mit bundesweiten Aktionen dem Thema mehr Aufmerksamkeit verschaffen, Wissen vermitteln, Hoffnung verbreiten und betroffenen Familien und den Kindern Wege zu Hilfe und Genesung weisen. Am Freitag, 15. Februar, in der Zeit von 14.00 bis 15.30 Uhr bietet die Diakonie-Suchtberatungsstelle in Geldern eine offene Sprechstunde an. Das Angebot steht allen Betroffenen, Angehörigen, sozialen Bezugspersonen und interessierten Einrichtungen kostenlos zur Verfügung. Die Suchtberatungsstelle in Geldern ist erreichbar unter der Telefonnummer: 02831 / 977 200. 

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