Zum Tag der Obdachlosigkeit

Diakonie-Sozialpädagoge Yannick Gorthmanns sprach über Obdachlosigkeit

Geldern. Am Internationalen Tag der Obdachlosigkeit setzen am Dienstag viele Menschen gemeinsam ein Zeichen der Solidarität und schafften Aufmerksamkeit für das Thema. Der Tag dient seit dem 10. Oktober 2010 dazu, das Bewusstsein für die Situation der Betroffenen zu schärfen, Lösungsansätze zu diskutieren und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve machte anlässlich dieses Tages vor dem Info- und Beratungsladen Neuland in Kevelaer von 11 Uhr bis 13 Uhr mit einer als Schlafplatz gestalteten Bank auf Obdachlosigkeit aufmerksam. Diakonie-Mitarbeiter Yannick Gorthmanns sprach mit Passanten: „Das bekommt man im Alltag gar nicht so mit. Ich hätte Angst, auf der Straße zu übernachten“, äußerte sich eine Passantin. „Es ist schon erschreckend zu hören, wie einige Menschen leben. Die fehlende Privatsphäre wäre mein größtes Problem“, so ein anderer Passant.

Obdachlosigkeit ist ein Problem, das in vielen Städten weltweit zunimmt. Auch im Kreis Kleve gibt es Obdachlosigkeit. Die Gründe für Obdachlosigkeit reichen von langer Arbeitslosigkeit über Suchterkrankungen bis hin zu familiären Problemen. „Eines haben alle Obdachlosen gemeinsam“, sagt Yannick Gorthmanns: „Sie benötigen unsere Unterstützung.“

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve bietet in Geldern eine wichtige Anlaufstelle für Obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen im Südkreis Kleve an. Gemeinsam mit dem Caritasverband Kleve (Nordkreis Kleve) unterhält sie die Fachberatungsstelle für Menschen in besonderen Lebenslagen und bietet Menschen konkrete Hilfe und Beratung an.

Das Team der Fachberatungsstelle besteht aus erfahrenen Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen, die sich mit den spezifischen Herausforderungen und Bedürfnissen von Wohnungslosen auskennen. Zu den Beratungsleistungen der Fachberatungsstelle gehören unter anderem Beratungsgespräche. In ihnen werden persönliche Lebenssituationen analysiert und Lösungsansätze erarbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Betroffenen bei der Suche nach einer Unterkunft, bei der Beantragung von Sozialleistungen und bei der Bewältigung anderer Alltagsprobleme. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit ist die Vermittlung und ggf. Begleitung zu anderen Hilfsdiensten und Einrichtungen. Oftmals benötigen obdachlose Menschen neben einer Unterkunft auch medizinische Versorgung, psychologische Betreuung oder Hilfe bei der Jobsuche. Die Fachberatungsstelle arbeitet eng mit anderen Institutionen zusammen, um den Betroffenen ein umfassendes Unterstützungsnetzwerk zur Verfügung zu stellen.

Notunterkünfte dienen Obdachlosen als vorübergehende Lösung, um ihnen in akuter Wohnungsnot eine sichere Unterkunft zu bieten. Die Mitarbeitenden der Fachberatungsstelle bitten Kommunen im Kreis, in diesen Einrichtungen die Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG-W) regelmäßig zu überprüfen und einzuhalten. Sie betreffen unter anderem Privatsphäre, Hygiene und Sicherheitsaspekte der Einrichtungen. „Das bedarf einer ausreichenden finanziellen Unterstützung durch die Politik“, so Yannick Gorthmanns. Die Fachberatungsstelle ist an diesem Punkt eine Fürsprecherin der Obdachlosen, die ihre Bedürfnisse selten äußern. Doch um eine menschenwürdige Unterbringung sollte kein Mensch fragen müssen.

Darüber hinaus sei es wichtig so Gorthmanns, dass Politik und Wohnungswirtschaft gemeinsam langfristige Lösungen zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit entwickeln. Mehr bezahlbare Wohnungen und soziale Unterstützungsprogramme könnten vielen Menschen eine nachhaltige Perspektive und Hoffnung schenken. Die Fachberatungsstelle für Menschen in besonderen Lebenslagen befindet sich für den Südkreis in Geldern im Haus der Diakonie, Ostwall 20, 47608 Geldern, Telefon 02831 / 91 30-800.

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