Konfirmandennachmittag zur Diakonie
Goch. Dass es bei der evangelischen Kirche einen Wohlfahrtsverband „Diakonie im Kirchenkreis Kleve“ gibt, lernten Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den Gemeinden Pfalzdorf, Uedem, Weeze und Louisendorf ganz praktisch kennen. Nach der Begrüßung und einer kurzen Andacht in der Kirche fragte Pfarrer Jens Kölsch-Ricken die die Gruppe nach dem Logo der Diakonie: „Das Kronenkreuz erinnert mich an ein Geschenk“, so einer der Konfirmanden. Das sei auch eine gute Idee, meinte der Pfarrer, tatsächlich beinhalte das Kronenkreuz jedoch die Buchstaben I und M für „Innere Mission“, das Überzeugen von Menschen vom eigenen christlichen Glauben.
„Mit dem Diakonienachmittag wollen wir den Konfirmandinnen einen möglichst direkten Einblick in die Arbeit der Diakonie geben. Welche Angebote, warum und für wen, das können die Diakoniemitarbeitenden besser darstellen, als jede theoretische Textvorlage“, so Pfarrer Kölsch-Ricken.
Dass die Diakonie ihrem christlichen Ursprung vor allem durch die Unterstützung von Hilfebedürftigen und Ratsuchenden Ausdruck verleiht, zeigte nicht nur der Jubiläumsfilm „175 Jahre Diakonie in Deutschland“, sondern auch die Workshops mit Diakoniemitarbeitenden. Hans-Dieter Reuter, Verbundleiter der Diakonie-Tagespflegen, legte den Konfirmandinnen und Konfirmanden Gewichte an Arme, Beine und auf die Schulter. Sie simulierten, wie sich Bewegung im Alter häufig anfühlt. Mal fünf Minuten waren kein Problem, dauerhaft wollte es jedoch keiner der jungen Leute tragen.
Ebenso beschwerlich wie eindrücklich waren die Versuche der Konfirmand:innen, leichte Geschicklichkeitsübungen unter erschwerten Bedingungen zu koordinieren. Zum Beispiel mit Handschuhen einen Kittel zuzuknöpfen, oder mit Messer und Gabel zu hantieren, wenn die Sicht erschwert ist. Wenn altersbedingt Konzentration, Koordination und Geschwindigkeit nachlassen, kann selbst das Zubereiten vom morgendlichen Frühstück eine längere Aktion werden, das zeigte ein Fotosuch- und Erinnerungsspiel.
Noch realitätsnäher war der Einkauf im Supermarkt nebenan. Mit Gewichten und im Rollstuhl sollten Konfirmandinnen und Konfirmanden Plätzchen einkaufen. Sie lernten so direkt das Fahren in engen Gängen und die Schwierigkeit kennen, an Plätzchen zu gelangen, die sich nicht in greifbarer Sitzhöhe befinden.
„Insgesamt waren die Konfirmand:innen sehr interessiert und wir hoffen, dass sie von dem Nachmittag dann auch etwas für sich mitgenommen haben“, hieß es nachher. Der Diakonienachmittag wurde neben den Diakoniemitarbeitenden von Pfarrer Jens Kölsch- Ricken, Pfarrerin Irene Gierke und Pfarrerin Ronda Lommel gestaltet und begleitet.