Kunst stärkt Persönlichkeitsentwicklung

Geldern. Zu einem Kunstprojekt hatte die Diakonie sechs Kinder der „Drachenflieger-Gruppe“ eingeladen – Kinder aus suchtbelasteten Familien. Bereits in jungen Jahren sind sie durch die Sucht der Eltern belastet. Mit Projekten wie dem Kunstprojekt versucht die Diakonie, zusammen mit den Kindern ihre Stärken zu entdecken und zu fördern. An drei Tagen stellte ihnen Kunsttherapeutin Anne Croonenbrock verschiedene Aufgaben.

Die Kinder bekamen in einer ihnen vertrauten Atmosphäre die Möglichkeit, sich über Objekte und Bilder auszudrücken. Was nicht immer über die Sprache gelingt, machen  Kunst und Kreativität möglich. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, das Bewusstmachen der eigenen Stärken und die dabei sichtbar werdenden Kräfte und Fähigkeiten waren Ziele der verschiedenen Aufgabenstellungen. Mit Hilfe von Farben und Materialien wurden die Kinder motiviert, ihre Gefühle auszudrücken und sich mit vorgegebenen Themen auseinanderzusetzen. „Ich konnte konzentrierte Kinder beobachten, die sich auch langanhaltend mit den Aufgaben beschäftigten“, so Croonenbrock. Wo nötig, gab es Unterstützung für die Kinder, sich auf den Prozess einzulassen.

Es entstanden Schriftrollen, Leuchtkraftlaternen und gezeichnete Krafttiere. Durch die Begleitung der Kunsttherapeutin und ihrer Hilfestellung zu den Aufgaben konnten die Kinder nach drei Tagen sehenswerte Kunstobjekte mit nach Hause nehmen.

In Abschlussgesprächen wurden die Ergebnisse in der Gruppe vorgestellt und wertfrei angenommen. „Denn in der Kunsttherapie geht es nicht ums „Malen-Können“, sondern um die ursprüngliche in uns liegende Kreativität“, findet Croonenbrock. Diese gelte es zu fördern, so dass ein Prozess der Selbstverwirklichung reifen kann.

„Die Kinder waren oft erstaunt, was alles in ihnen steckt und was sie alles können und an Ressourcen mitbringen. Diese Erkenntnis stärkt sie. Wir werden in den Gruppenstunden weiter daran arbeiten“, ergänzt Tim Rambach, Mitarbeitender der Diakonie-Suchtvorbeugung.

Kinder in suchtbelasteten Familien müssen ihre eigene kindgerechte Entwicklung oft hintenanstellen. Zuviel Zeit und Raum nehmen die Begleiterscheinungen der elterlichen Sucht ein. Während des dreitägigen Kunstprojekts standen die Kinder im Mittelpunkt. In einem zweiten Schritt und weiteren Angeboten geht es nun darum, die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit der Kinder weiter zu stärken. „Wer um seine innere Stärke weiß, kann selbstbewusster mit Krisen umgehen“, so Rambach. Das helfe nicht nur den Kindern jetzt, sondern auch beim Erwachsenwerden.

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