Hilfe, es brennt!
Goch. Es gibt beim Brand nur zwei Optionen: Ersticken und Löschen, so lange es ohne Eigengefährdung geht. Wenn das nicht möglich ist, Information und Sicherung aller Menschen im Haus und parallel die Feuerwehr rufen. Mitarbeitende der Diakonie-Tagespflegen in Goch absolvierten im März die Ausbildung zum/r Brandschutzhelfer/in.
„Wo können Brände entstehen“, fragte Arbeitssicherheitsexpertin Cornelia von Quistorp und bekam zahlreiche Antworten: Kerzen, Zigarettenasche, Akkus in elektronischen Geräten oder E-Bikes. Gebratenes auf dem Herd oder in der Mikrowelle, das vergessen wird.
Die Sicherung der Tagespflegegäste hätte natürlich oberste Priorität, wenn das Feuer für Löschen oder Ersticken bereits zu groß ist. „Bedenken Sie bei einer möglichen Evakuierung, dass Gäste in einem Raum mit geschlossener Tür erstmal sicherer sind, als im mit giftigen Gasen verrauchten Flur.“
„Lassen Sie nie Dinge auf dem Herd liegen, der auch durch unbemerkte Berührung angeschaltet werden kann“, so von Quistorp. Ebenso ungewollte Konsequenzen kann unbedachtes Verhalten an anderen Stellen haben: Eine mit Druckgas befüllte Kosmetikflasche kann hinter Fenster- und Autoscheiben durch Erhitzung explodieren. Wie laut das ist, demonstrierte die Expertin den Teilnehmenden im Tagespflegegarten. Auch Akkus von E-Bikes sollte man nicht im Hochsommer an hitzeabstrahlenden Häuserwänden stundenlang stehen lassen. Handys sollten am besten nicht unbeobachtet nachts am Ladekabel bleiben, schon gar nicht neben dem Bett.
Immer wieder gerne falsch reagieren Menschen bei einem Ölbrand in der Bratpfanne. Diesen löscht man nicht mit Wasser. Das führt auch bei kleinen Mengen Öl zu großen Feuersäulen und zu schlimmen Verbrennungen an Händen, Armen und im Gesicht.
Jedes Haus hat einen oder mehrere Feuerlöscher. Wie diese anzuwenden sind, konnte die Mitarbeitenden der Tagespflegen mehrmals ausprobieren. „Wenn Feuer nicht durch Wasser gelöscht werden können, sorgen Sie dafür, dass alte Decken greifbar sind, mit denen Sie den Brand zudecken können“, gab von Quistorp noch als Tipp. Die Brandschutzhelferausbildung müssen Mitarbeitende spätestens alle 5 Jahre wiederholen.