Jedes Glas Alkohol pontentiell schädlich
Geldern. Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve beteiligt sich an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol. Vom 13. - 21. Juni ist die Suchthilfe im südlichen Kreisgebiet verstärkt für die Suchtvorbeugung unterwegs.
„Nach wie vor ist der Alkoholkonsum in Deutschland problematisch hoch. Dies betrifft fast alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten mit zum Teil erheblichen gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen“, ist die Erfahrung der Mitarbeitenden der Diakonie-Suchthilfe. Sie hoffen während der Aktionswoche unter anderem durch die Verteilung von „Alkohol-Notfallkarten“ an Schulen und Jugendeinrichtungen im südlichen Kreisgebiet sowie Aktionen mit Selbsthilfegruppen ein größeres Bewusstsein für die Gefahren des Alkoholkonsums zu schaffen. Die Notfallkarten sollen dabei helfen, Alkoholnotfälle zu erkennen und Betroffenen gegebenenfalls lebensrettend zur Seite stehen zu können. „Bewusstlosigkeit, Atemprobleme, unkontrolliertes Erbrechen, blaue Lippen, epilepsieähnliche Krämpfe oder regungslose Pupillen sind Anzeichen für eine Alkoholvergiftung und erfordern sofortige Hilfe.“ Neben dem Beistand und medizinischer Hilfe gibt die Karte auch den Tipp, Betroffene vor Unterkühlung und Schaulustigen zu schützen.
Die Fußball-WM und Alkohol
Zufällig beginnt mit der Aktionswoche auch die Fußballweltmeisterschaft. „Das ist doch eine gute Gelegenheit nachzudenken, inwiefern Sport und Alkohol zusammenpassen“, regt Petra van Bergen, Fachbereichsleiterin der sozialen Dienste an. Bis vor wenigen Jahren gab die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) Grenzwerte zum sogenannten ‚risikoarmen Konsum‘ an: Also eine Alkoholmenge, bis zu der Alkoholkonsum vermeintlich nur geringe oder keine gesundheitlichen Gefahren birgt. Doch Grenzwerte zum Alkoholkonsum vermitteln einen falschen Eindruck. Menschen könnten eine ‚sichere‘ Menge an Alkohol konsumieren, ohne gesundheitliche Schäden fürchten zu müssen. Neueste Forschung zeigt jedoch: Alkohol schadet der Gesundheit vom ersten Glas an. Je mehr Alkohol getrunken wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden und früher zu versterben. „Während der Fußballweltmeisterschaft werden sportliche Höchstleistungen bejubelt, gleichzeitig schädigt ein hoher und regelmäßiger Alkoholkonsum der eigenen Fitness erheblich“, gibt die Suchthilfe zu bedenken.
Persönliche Vorteile
Wer den Alkoholkonsum auf ein Minimum verringert oder darauf ganz verzichtet, freut sich über körperliche und psychische Vorteile: eine gesündere Leber, weniger Infektionen, ein geringeres Krebsrisiko, ein geringeres Unfallrisiko, weniger Konflikte in sozialen Beziehungen, ein besseres Herz-Kreislauf-System, besserer Schlaf und weniger psychische Erkrankungen.
Während der Aktionswoche und darüber hinaus bieten die Fachleute der Diakonie-Suchtvorbeugung Angehörigen und Betroffenen Hilfe und Unterstützung an. Telefonisch unter 02831 91 30-800 oder per E-Mail infogeldern@diakonie-kkkleve.de