Jahresfest: Abschied und Neuanfang

Goch. Lange Zeit vorbereitet, nun ist es schon wieder vorbei: Die Diakonie feierte ihr Jahresfest 2026. Ein besonderes Jahresfest, denn Sozialvorstand Joachim Wolff wurde in den Ruhestand verabschiedet („entpflichtet“), das neue Vorstands-Duo, Sozialvorstand Marcus Knops und Finanzvorständin Anne Rutjes eingeführt. Musikalisch begleitete Kreiskantor Mathias Staut sowie das „Collegium vocale“ an St. Mariä Himmelfahrt Wesel den Gottesdienst in der evangelischen Kirche am Markt Goch.

Siehe, ich mache alles neu

Seit 2014 bestimmte Pfarrer Joachim Wolff die Geschicke der Diakonie, zuvor war er 24 Jahre Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich. Er hat in herausfordernden Zeiten die Geschäftsführung der Diakonie übernommen, wirtschaftlich solide aufgestellt und modernisiert. „Er hat sich damals wirklich sehr gefreut, als die Diakonie auf ihn zukam und Interesse signalisierte“, berichtete Superintendent und stellvertretender Diakonieratsvorsitzender Pfarrer Robert Arndt bei seiner Ansprache. Die Jahreslosung, „Siehe, ich mache alles neu“ beleuchte Wolff in seiner Predigt. „Wir können weder die Sachen konservieren, die gut laufen, noch bleiben Fehler beständig an uns haften. Aber wir müssen nicht auf den Weltuntergang warten“, so Wolff in der Predigt und erinnerte an die Eigenverantwortung. "Wir sind verantwortlich, Leben zu erhalten und zu bewahren. Wir haben auch die Aufgabe, unser eigenes Leben zu gestalten und zwar nicht auf Kosten unserer Mitmenschen, sondern in Verantwortung für meinen Nächsten, mit Respekt für seine Würde und Ehrfurcht vor allem Leben."

Die Verabschiedung

Mit einem Händedruck und dem Segen verabschiedete Superintendent Robert Arndt den langen Weggefährten. Die Besucherinnen und Besucher klatschten und gaben mit stehenden Ovationen ihrer Wertschätzung Ausdruck. Ihren Dank für den von Joachim Wolff geleisteten Dienst drückten in Grußworten Landrat Christoph Gerwers (Kreis Kleve), Stephan von Salm-Hoogstraeten (AG Wohlfahrt im Kreis Kleve), Kai T. Garben und Kerstin Hohagen (Grafschafter Diakonie Moers und Diakonisches Werk Wesel), Anne Rutjes (Vorstand Diakonie) und Pfarrer Thomas Hagen für die Mitgliederversammlung der Diakonie im Kirchenkreis Wesel aus. Sie würdigten Wolff für die besonnene, zuversichtspendende Art, sein Zuhören und sein nachdrückliches Bestreben, Rahmenbedingungen für Hilfsangebote und die Menschen, die sie benötigen, zu verbessern. Auch entwickelte er die Diakonie im Kirchenkreis weiter. Es entstanden vier neue Tagespflegen, ein neues Haus der Diakonie in Geldern, Bezug neuer Räumlichkeiten in Xanten und Kleve sowie der Betrieb des Info- und Beratungsladen Neuland in Kooperation mit der Kirchengemeinde Kevelaer und der Tuwas-Genossenschaft. Der im vergangenen Herbst neu installierte und bereits tätige Diakonierat als Aufsichtsgremium wurde von Thomas Hagen, Vorsitzender der Mitgliederversammlung eingeführt. Ein herzliches Willkommen wurde danach auch den in diesem Jahr neu begonnen Mitarbeitenden mit einer Rose zugesprochen.

Kronenkreuze in Gold

Wie in jedem Jahr nutzte die Diakonie das Jahresfest, um das Kronenkreuz der Diakonie in Gold zu übergeben. „Das ist kein Orden, sondern eine Anerkennung der 25 Jahre oder mehr, die sie beruflich oder ehrenamtlich für die Diakonie unterwegs sind“, so Birgit Pilgrim, Vorsitzende des Diakonierats. Über das Kronenkreuz freuten sich: Klaus Verhoeven und Angelika Eichholz (beide langjährig ehrenamtlich im Vorstand der Diakonie), Dagmar Marks (Hauswirtschaft), Michaela Polzin (Betreutes Wohnen), sowie die ehrenamtlichen rechtlichen Betreuerinnen und Betreuer Monika Eickmans, Brigitte Rangen-Egerding, Friedhelm Bucksteeg.

Übergang nahtlos

Der Anfang des neuen Sozialvorstands verläuft nahtlos, Marcus Knops hat intensive zwei Wochen Einarbeitung im Büro hinter sich, demnächst besucht er die unterschiedlichen Diakoniebereiche an ihren Wirkstätten. Während sich der Großteil der fast 300 Besucherinnen und Besucher auf das Buffet oder den Eiswagen im Garten stürzte, nahm Joachim Wolff persönliche Glückwünsche, Abschiedsworte und Geschenke entgegen, zum Essen kam er weniger. „Ich gehe mit einem guten Gefühl, die Sache ist für mich rund“, sagte Wolff. Entspannte Rhythmen erklangen dazu live, es spielte das Quartett „a village voice“ aus Hamminkeln.

35 Jahre

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve e.V. gründete sich 1991 als eigenständiger Verein und Wohlfahrtsverband. Zuvor gehörte die Diakonie als Diakonisches Werk zur verfassten Kirche. Die Diakonie bündelt und professionalisiert diakonische Aufgaben der Kirchengemeinden, die diese selbst alleine nicht leisten könnten. Sie sind wie der Evangelische Kirchenkreis Kleve Mitglieder, die Evangelische Stiftung Kleve (gegründet 1853) besitzt Gaststatus in der Mitgliederversammlung.

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