Wie viel Druck tut gut? Anmeldung Fachtag Sucht
Der Fachtag des Arbeitskreises Suchtvorbeugung im Kreis Kleve am 13. Oktober 2026 im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer beschäftigt sich mit Stress, Prokrastination und gesunder Bewältigung. Es sind noch wenige Plätze frei.
Kreis Kleve/Kevelaer. „Ich brauche den Druck, sonst mache ich nichts.“ Diesen Satz kennen viele Menschen. Erst wenn die Deadline näher rückt, steigt die Motivation. Doch wann wird aus dem nützlichen Anschub ein ungesunder Dauerzustand? Und was hat das Ganze mit Suchtprävention zu tun? Diesen Fragen widmet sich der Fachtag „Ich brauch’ den Druck…, oder nicht?! – Individuelle Belastungen und Bewältigungsstrategien“ am Dienstag, 13. Oktober 2026, im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer.
„Der Titel ist bewusst doppeldeutig gewählt“, sagt Barbara Kortland, Leiterin der Caritas-Beratungsstelle für Suchtfragen im Kreis Kleve. „Einerseits geht es um den Druck, den Menschen brauchen, um ins Handeln zu kommen. Andererseits geht es um den gesellschaftlichen und beruflichen Druck, dem viele ausgesetzt sind. Und um die Frage, wann dieser Druck zum Problem wird.“
Denn wer dauerhaft unter Stress steht, kommt häufig nicht mehr richtig zur Ruhe. Fehler nehmen zu, die Arbeit- und Lebensqualität können leiden. „Problematisch wird es, wenn man sich selbst aus dem Blick verliert und hohen Druck als einzigen Antrieb braucht“, erklärt Barbara Kortland. „Wir müssen aufpassen, dass aus einem vorübergehenden Stresszustand keine chronische Belastung wird.“
Für den Arbeitskreis Suchtvorbeugung im Kreis Kleve ist das Thema besonders relevant, weil sich bestimmte Bewältigungsmuster einer Abhängigkeit annähern können. Wer immer wieder den nächsten Dopamin- oder Adrenalinkick sucht, kann sich daran gewöhnen, immer stärkere Reize zu benötigen. Auch Substanzen können dabei eine Rolle spielen – vom Energy-Drink oder Kaffee zur Leistungssteigerung bis zum Alkohol am Feierabend, um herunterzukommen.
„Suchtprävention beginnt früher, als viele denken“, sagt auch Petra van Bergen, Fachbereichsleitung Soziale Dienste bei der Diakonie im Kirchenkreis Kleve. „Diesmal geht es uns darum, die eigenen Stressmuster wahrzunehmen und gesunde Wege zu finden, mit Belastungen und Emotionen umzugehen. Diese Erkenntnisse sind natürlich auch übertragbar auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung bei der Entwicklung von Strategien für den Umgang mit Druck und Stress benötigen.“
Zum Fachtag selbst: Nach einem Impulsvortrag der Psychologin Celina Neuß zum Thema „Zwischen Prokrastination, Druck und Stress“ können die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops ihren persönlichen Methodenkoffer erweitern. Zur Auswahl stehen unter anderem Yoga, wertebasiertes Handeln in der Präventionsarbeit, ein „Body & Mind-Trainingszirkel“ zu Sport, Körper und Social Media, digitale Balance sowie ein Workshop zu Glück und Wohlbefinden.
„Wir wollen nicht nur über Stress reden“, betont Petra van Bergen. „Die Teilnehmenden sollen eigene Stressoren erkennen, Warnsignale wahrnehmen und konkrete Methoden kennenlernen, die sie anschließend in ihre Arbeit mitnehmen können.“
Der Fachtag richtet sich deshalb nicht nur an Fachkräfte der Suchtprävention, sondern an alle pädagogischen und sozialen Fachkräfte, die mit Menschen, Kindern und Jugendlichen arbeiten, ebenso an Fachkräfte aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie Leitungs-, Führungs- und Personalverantwortliche.
Veranstalter des Fachtages ist der Arbeitskreis Suchtvorbeugung im Kreis Kleve, der bereits seit 1993 besteht. In ihm arbeiten unter anderem Caritas und Diakonie, Jugend- und Gesundheitsämter, Schulamt, Polizei und die LVR-Kliniken Bedburg-Hau zusammen. Ziel ist es, durch Vernetzung, Information und gemeinsame Aktionen Suchtvorbeugung im Kreis Kleve zu stärken.
Info - Fachtag „Ich brauch’ den Druck…, oder nicht?!“ auf einen Blick
- Wann: Dienstag, 13. Oktober 2026, 8.30 bis 16 Uhr
- Wo: Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer
- Teilnahme: kostenlos
- Anmeldung: bis 30. September unter www.suchtvorbeugung-kreis-kleve.de
- Hinweis: Es sind nur noch wenige Plätze frei.
- Schirmherr: Landrat Christoph Gerwers