Diakonie & Kirche

Historisches, Theologisches, Diakonisches

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve besteht seit 1991 in Vereinsform. Aufgaben und Struktur werden in einer Satzung geregelt.

Das Diakoniegesetz von 2016 beschreibt in § 1 die Aufgaben der Diakonie:

Die Kirche hat den Auftrag, Gottes Liebe zur Welt in Jesus Christus allen Menschen zu bezeugen. Diakonie ist eine Gestalt dieses Zeugnisses und nimmt sich besonders der Menschen in leiblicher Not, in seelischer Bedrängnis und in sozial ungerechten Verhältnissen an. Sie sucht auch die Ursachen dieser Nöte zu beheben. Sie richtet sich in ökumenischer Weite an Einzelne und Gruppen, an Nahe und Ferne, an Christen und Nichtchristen. Diese Liebe verpflichtet alle Glieder der Kirche zum Dienst und gewinnt in besonderer Weise Gestalt im Diakonat der Kirche; demgemäß ist Diakonie Wesens- und Lebensäußerung der Kirche. Heil und Wohl des Menschen gehören untrennbar zusammen. Diakonie vollzieht sich in Wort und Tat als ganzheitlicher Dienst am Menschen.

Diakonie in drei Ebenen

Die Diakonie der Kirche wird auf drei Ebenen gelebt:

  1. Diakonie in den Kirchengemeinden
    Die Presbyterien organisieren die örtliche diakonische Arbeit, wie z.B. Kindertagesstätten, Kleiderkammern, Suppenküchen, gezielte Unterstützung Bedürftiger, Quartiersarbeit, Diakoniesammlungen, etc.
  2. Diakonie in den Regionen
    Die regionalen diakonischen Werke organisieren die überörtliche diakonische Arbeit in den Kirchenkreisen, wie z.B. ambulante Pflege, Betreutes Wohnen, Suchthilfe, Sozialberatung, Flüchtlingshilfe, Betreuungsverein. Die regionalen diakonischen Werke sind örtliche Wohlfahrtsverbände und regionale Gliederung des Spitzenverbandes Diakonie-Rheinland- Westfalen-Lippe.
  3. Diakonie auf Landes- und Bundesebene
    Die Evangelische Kirche im Rheinland sowie der Spitzenverband Diakonie Rheinland-Westfalen- Lippe organisieren die landesweite diakonische Arbeit. Hierzu gehören u.a. die Beratung der diakonischen Mitglieder, die Bündelung von Fachwissen, die Organisation der Freiwilligendienste, die politische Interessenvertretung gegenüber den Landesregierungen, Öffentlichkeitskampagnen, etc. Darüber hinaus vertritt die Diakonie-Deutschland bundesweit diakonische Interessen. Internationale Hilfeleistungen erfolgen über die Aktion „Brot für die Welt“ und „Diakonie-International“.

Kreiskirchlicher Diakonie Fachausschuss

Der Diakonieausschuss des Kirchenkreises wird von der Kreissynode gewählt. Seitens der Diakonie arbeiten bis zu drei Mitarbeitende im Ausschuss mit. Laut Satzung der Diakonie im Kirchenkreis Kleve (vgl. § 8) werden zwei Vorstandsmitglieder aus den Reihen des Kreiskirchlichen Diakonie-Ausschusses entsendet. Der Fachausschuss berät diakonische Fragen auf Kirchenkreisebene. Die Satzung mit einer genauen Aufgabenbeschreibung wurde im November 2015 aufgehoben.

Warum ist die Diakonie unverzichtbar für den Kirchenkreis Kleve?

In Zehn Thesen hat Superintendent Hans-Joachim Wefers 2012 zusammengefasst, warum die Diakonie für den Kirchenkreis Kleve unverzichtbar ist.

Superintendent Hans-Joachim Wefers

Diakonie - theologisch begründet

In seinem Bericht für die Synode des Ev. Kirchenkreises Kleve im Herbst 2016 reflektiert Diakoniepfarrer und Geschäftsführer Joachim Wolff diakonisches Handeln aus theologischer Sicht. Grundlage hierfür sind fünf Leitfragen, die die Kreissynode  im Sommer 2016 anhand des Abschlussberichtes der „Ökumenischen Visite“ formuliert hatte. Dabei geht es um den Dienst des Pfarrers/der Pfarrerin, die Sprachfähigkeit im Glauben, um die trinitarische Rede (Dreieinigkeit) von Gott, um evangelisches Profil und ökumenische Weite sowie um das Verhältnis von Planung und Gottvertrauen.